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Glossar

Content Delivery Network

Ein Content Delivery Network (CDN) ist ein Verbund geografisch verteilter Server, der Webinhalte möglichst nah am Nutzer bereitstellt. Statt jede Anfrage an einen zentralen Origin-Server zu senden, werden statische Inhalte wie HTML, CSS, JavaScript, Bilder oder Videos an vielen Knotenpunkten im Netzwerk zwischengespeichert. Diese sogenannten Points of Presence (PoPs) befinden sich in großen Internet-Knoten und Rechenzentren weltweit. Nutzer erhalten Inhalte dadurch von einem physisch und logisch näher gelegenen Server, was die Ladezeiten deutlich senkt.

Technisch besteht ein CDN meist aus mehreren Ebenen. Der Origin-Server bleibt die autoritative Quelle der Anwendung oder Website. Davor stehen CDN-PoPs, die Inhalte zeitlich begrenzt cachen und bei Bedarf aktualisieren. Intelligente Routing-Mechanismen und Anycast-Netzwerke lenken Anfragen automatisch zu dem PoP mit der besten Kombination aus Latenz, Auslastung und Verfügbarkeit. Dynamische Inhalte, die sich häufig ändern, werden meist direkt vom Origin bezogen, während statische Assets weitgehend über das CDN ausgeliefert werden.

Unternehmen nutzen CDNs typischerweise, um vier zentrale Ziele zu erreichen:

1. Bessere Performance: Inhalte liegen näher beim Nutzer, die Zahl der Hops im Netzwerk sinkt und Seiten laden schneller.
2. Höhere Zuverlässigkeit: Mehrere Edge-Server halten Inhalte parallel vor und können Ausfälle einzelner Systeme abfedern.
3. Kosteneinsparungen: Der Origin-Server muss weniger Daten übertragen, Bandbreiten- und Egress-Kosten sinken.
4. Mehr Resilienz gegen Angriffe: Viele CDNs integrieren DDoS-Schutz und weitere Web-Security-Funktionen.

Ein CDN ersetzt klassisches Webhosting nicht, sondern ergänzt es. Die Anwendung selbst läuft weiterhin auf Web- oder Applikationsservern im Rechenzentrum oder in der Cloud. Das CDN wird als vorgeschaltete Schicht über DNS, Reverse-Proxy oder Load-Balancing integriert. Für Nutzer erscheint das CDN dabei transparent, die aufgerufene Domain bleibt gleich. Aus Sicht der IT muss das Zusammenspiel von Origin, DNS, Zertifikaten und CDN sorgfältig geplant werden, damit Inhalte korrekt zwischengespeichert, aktualisiert und geschützt werden.

Bedeutung für die IT-Sicherheit

Für die IT-Sicherheit ist ein Content Delivery Network (CDN) weit mehr als ein Performance-Booster. Durch die globale Verteilung der Edge-Server erhöht ein CDN die Gesamtkapazität der Infrastruktur und erschwert es Angreifern, einzelne Systeme gezielt zu überlasten. Viele volumetrische DDoS-Angriffe können abgefangen werden, weil der schädliche Traffic sich auf viele PoPs verteilt oder bereits im Netzwerk des CDN-Providers gefiltert wird. Nationale Stellen wie das BSI weisen darauf hin, dass CDNs aufgrund ihrer großen Gesamtkapazität einen wichtigen Baustein in DDoS-Mitigation-Strategien darstellen.

Moderne CDNs integrieren darüber hinaus Sicherheitsfunktionen wie Web Application Firewalls (WAF), Bot-Management und Ratenbegrenzung. HTTP-Anfragen können bereits vor dem Origin analysiert, nach Layer-7-Mustern gefiltert und auffällige Clients blockiert werden. Durch TLS-Terminierung am Edge lassen sich Verbindungen verschlüsseln und gleichzeitig inspizieren, ohne interne Systeme direkt dem öffentlichen Internet auszusetzen. In vielen Cloud-Security-Referenzarchitekturen wird empfohlen, solche Edge-Dienste in ein übergreifendes Sicherheitskonzept einzubetten und Identity-, Logging- sowie Monitoring-Funktionen an das CDN anzubinden.

Gleichzeitig schafft der Einsatz eines CDN neue Angriffs- und Risikoflächen. Der CDN-Provider sieht einen großen Teil des Datenverkehrs, was Fragen zu Datenschutz, Vertraulichkeit und Compliance aufwirft. Ein schwach abgesicherter CDN-Account kann zum Einstiegspunkt für Angreifer werden, die dann Traffic umleiten oder manipulieren. Sicherheitsverantwortliche sollten daher vertragliche Regelungen, technische Schutzmaßnahmen und Monitoring beim CDN-Provider genau prüfen und in das eigene Risikomanagement einbinden. BSI-Empfehlungen zu DDoS-Mitigation betonen, dass Transparenz, Logging und klare Verantwortlichkeiten entscheidende Kriterien bei der Auswahl von Dienstleistern sind.

Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert ein CDN in einfachen Worten?

Ein Content Delivery Network (CDN) speichert häufig genutzte Inhalte auf vielen, weltweit verteilten Servern zwischen. Ruft ein Nutzer eine Website auf, liefert nicht der zentrale Server die Inhalte aus, sondern der geografisch nächstgelegene Edge-Server. Dadurch verkürzen sich die Wege im Internet und Seiten laden deutlich schneller. Der Origin wird entlastet und verarbeitet vor allem dynamische oder selten angefragte Inhalte.

Wann lohnt sich ein CDN für Unternehmen?

Ein CDN lohnt sich, sobald Nutzer oder Kunden geografisch verteilt sind oder geschäftskritische Anwendungen kurze Ladezeiten benötigen. Besonders sinnvoll ist der Einsatz bei E-Commerce-Plattformen, SaaS-Anwendungen, Portalen und Medienangeboten mit vielen Bildern oder Videos. Ein CDN hilft, Traffic-Spitzen abzufangen und die Verfügbarkeit während Marketing-Kampagnen oder Angriffen stabil zu halten. Unternehmen können zugleich Hosting-Kosten senken, weil der Origin-Server weniger Daten übertragen muss.

Schützt ein CDN auch vor DDoS-Angriffen?

Ein CDN bietet keinen vollständigen Schutz, ist aber ein wichtiger Baustein gegen DDoS-Angriffe. Durch die große Kapazität und die Verteilung des Datenverkehrs können viele volumetrische Angriffe absorbiert oder entschärft werden. Viele Provider kombinieren das CDN mit Scrubbing-Centern, Filtern und speziellen DDoS-Mitigation-Diensten, wie sie etwa in BSI-Leitfäden beschrieben werden. Für einen wirksamen Schutz sollte das CDN Teil eines mehrschichtigen Sicherheitskonzepts sein, das Monitoring, Incident Response und Notfallpläne umfasst.

Welche Risiken sind mit der Nutzung eines CDN verbunden?

Die Nutzung eines CDN verlagert einen Teil der Verantwortung für Verfügbarkeit und Sicherheit auf einen externen Dienstleister. Damit entstehen Abhängigkeiten von dessen Infrastruktur, Prozessen und Compliance-Niveau. Wenn Konfigurationen unsauber umgesetzt werden, können Caching-Fehler, falsche Zugriffskontrollen oder unsichere TLS-Setups entstehen. Sicherheitsverantwortliche sollten darum vertragliche Regelungen, Datenflüsse, Log-Zugriffe und Notfallprozesse sorgfältig prüfen und regelmäßig testen.

 Quellen

[Q1] Cloudflare, „Was ist ein Content Delivery Network (CDN)?“, https://www.cloudflare.com/de-de/learning/cdn/what-is-a-cdn/, Abrufdatum: 13.11.2025.

[Q2] Cloudflare, „CDN benefits: Why use a CDN?“, https://www.cloudflare.com/learning/cdn/cdn-benefits/, Abrufdatum: 13.11.2025.

[Q3] Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), „Qualifizierte Dienstleister – u. a. Liste qualifizierter DDoS-Mitigation-Dienstleister“, https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Informationen-und-Empfehlungen/Qualifizierte-Dienstleister/qualifizierte-dienstleister_node.html, Abrufdatum: 13.11.2025.

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