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Fallstudie Shadow-AI

Fallstudie Shadow-AI

OpenClaw und die Grenzen der Kontrolle

Ein Open-Source-Agent wird über Nacht zum Sicherheitsrisiko in tausenden Unternehmen. Was der Fall für ISMS, EU AI Act und Ihre Risikoanalyse bedeutet.

Hintergrund

Was ist OpenClaw (ehemals Clawbot)?

OpenClaw ist ein quelloffenes KI-Agenten-Framework, das es ermöglicht, große Sprachmodelle mit alltäglichen Anwendungen zu verbinden – darunter WhatsApp, Telegram, Slack, E-Mail, Kalender und Browser. Es läuft lokal auf dem Rechner des Nutzers, benötigt keine Cloud-Infrastruktur und kann eigenständig Shell-Befehle ausführen.

Entwickelt wurde das Tool im November 2025 von Peter Steinberger, dem österreichischen Gründer von PSPDFKit, während eines Marokko-Aufenthalts – ursprünglich als persönlicher Reiseassistent. Nach der Open-Source-Veröffentlichung verbreitete es sich innerhalb weniger Wochen viral in der Entwickler-Community und wurde massenhaft auf Firmenrechnern installiert, häufig ohne Wissen der IT-Abteilung.

Namensverlauf: Clawdbot Moltbot OpenClaw

Der ursprüngliche Name Clawdbot wurde auf Betreiben von Anthropic geändert – das Unternehmen sah eine Kollision mit dem Markennamen „Claude". Nach einem kurzen Zwischenstopp als Moltbot einigte sich Steinberger in Absprache mit Sam Altman auf den heutigen Namen OpenClaw.

Typ KI-Agenten-Framework
Lizenz Open Source
GitHub Stars 195.000+
Läuft auf Lokal, kein Cloud-Zwang
Integrationen WhatsApp, Slack, E-Mail, Browser u.v.m.
Status Feb 2026 Foundation unter OpenAI-Schirmherrschaft
Sicherheitsrelevant: 135.000+ exponierte Instanzen · CVE-2026-25253 (CVSS 8.8) · Meta-Verbot

Fallstudie Shadow-AI · BusinessBreakfast 25.03.2026

OpenClaw – Timeline

Von einem Reiseassistenten in Marokko zum größten Shadow-AI-Sicherheitsvorfall des Jahres – in weniger als drei Monaten.

195.000 GitHub Stars
135.000+ exponierte Instanzen
80 % ungenehmigter KI-Einsatz*
Aug 2026 EU AI Act greift vollständig
Nov 2025
Nov 2025

Ein Österreicher, eine Stunde, ein Tool

Ursprung

Peter Steinberger – Gründer von PSPDFKit (2021 für über 100 Mio. USD verkauft), auf Reisen zwischen Marrakesch und dem Atlasgebirge – verbindet WhatsApp mit einem KI-Tool, um bei schlechtem Internet Restaurants zu finden. Das Ergebnis: ein lokaler KI-Agent namens Clawdbot. Er open-sourct das Projekt. Entwickler weltweit bauen sofort weiter.

Dez 2025
Dez 2025

Anthropic schickt Anwaltspost – Namensstreit & Rebrand-Chaos

Branding

Anthropic fordert per Trademark-Abmahnung eine Umbenennung. „Clawdbot" verletze die Markenrechte an „Claude". Steinberger benennt das Projekt zunächst in Moltbot um, dann, nach Absprache mit Sam Altman (OpenAI), in OpenClaw. Direkt beim Rebrand wird das X-Konto von Krypto-Betrügern gekapert und GitHub-Repositories mit Malware kompromittiert. Steinberger: „I was close to crying. Everything's fucked."

Quellen Kaspersky Fortune
Jan 2026
Jan 2026

OpenClaw wird Mainstream und erhält 135.000 GitHub Stars in Wochen

Virales Wachstum

Das Tool läuft lokal auf dem Rechner, verbindet sich mit WhatsApp, Telegram, Slack, E-Mail, Kalender und Browser und kann eigenständig Shell-Befehle ausführen. Die „Getting Things Done"-Community adoptiert es massenhaft. Mitarbeiter installieren es auf Firmenrechnern – ohne Wissen der IT-Abteilung. Erste Sicherheitsforscher beginnen hinzuschauen.

135K+GitHub Stars
100+Integrationen
80 %ungenehmigtes KI*
Jan 2026

Erste kritische Sicherheitslücken werden publik

Sicherheit

SlowMist findet einen Authentication-Bypass: API-Keys und private Chat-Verläufe ungeschützt. Sicherheitsforscher Jamieson O'Reilly findet per Shodan-Scan innerhalb von Sekunden über 900 exponierte Instanzen – allein durch Suche nach „Clawdbot Control" auf Port 18789. Ursache: Default-Konfiguration bindet den Listener an 0.0.0.0 – jeder im Internet kann sich verbinden. Für ein Tool mit Root-Zugriff auf das Dateisystem eine katastrophale Voreinstellung.

900+sofort auffindbar
CVSS 8.8CVE-Schweregrad
Feb 2026
Feb 2026

Das volle Ausmaß: 135.000 exponierte Instanzen im offenen Internet

Kritisch

Vollständiger Security-Scan: 135.000+ exponierte Instanzen. 63 % anfällig für mindestens einen bekannten Exploit. Über 15.000 sofort per Remote Code Execution angreifbar. Viele der IP-Adressen: Firmennetzwerke. Exponierte Daten: Anthropic API-Keys, Telegram-Tokens, Slack-OAuth-Credentials, Salesforce- und GitHub-Zugänge. Palo Alto Networks bezeichnet OpenClaw als „größte Insider-Bedrohung 2026".

135.000exponierte Instanzen
63 %anfällig für Exploits
15.000+sofort angreifbar (RCE)
Feb 2026

Meta verhängt internes Verbot – Kündigung bei Zuwiderhandlung

Unternehmensreaktion

Interne Dokumente (via Wired): Ein Manager bei Meta verbietet OpenClaw auf allen Firmengeräten. Wer das Tool trotzdem installiert, riskiert die Kündigung. Besonders brisant: Zuckerberg hatte OpenClaw selbst genutzt und Steinberger abzuwerben versucht. Meta ist nicht allein – Microsoft und weitere Tech-Konzerne folgen mit eigenen Warnungen.

Feb 2026

Lex Fridman Podcast: Übernahmeangebote – Steinberger geht zu OpenAI

Entscheidung

Im Lex Fridman Podcast (Episode #491) bestätigt Steinberger: Sowohl Meta als auch OpenAI haben Übernahmeangebote gemacht – Zuckerberg via WhatsApp, Altman mit Rechenkapazität. Die genauen Summen sind nicht öffentlich bestätigt. Steinberger wählt OpenAI – nicht wegen des Geldes, sondern weil das Projekt Open Source bleiben muss. „I told them: I don't do this for the money. I want to have fun and have impact." OpenClaw zieht in eine unabhängige Foundation, Steinberger entwickelt bei OpenAI die nächste Generation persönlicher Agenten.

Heute
Mrz 2026

OpenClaw läuft weiter – auch in Ihrem Unternehmen möglicherweise

Status quo

Trotz Verboten, CVEs und öffentlicher Warnungen: OpenClaw wird täglich neu installiert. Die meisten IT-Abteilungen haben keinen Überblick, ob und wo das Tool im eigenen Netz läuft. Laut IBM/Censuswide-Studie nutzen 80 % der Beschäftigten in größeren Unternehmen KI-Tools ohne Genehmigung – OpenClaw ist nur die aktuell sichtbarste Spitze eines strukturellen Problems.

Ausblick
Aug 2026

EU AI Act greift vollständig – Shadow-AI wird zum Haftungsthema

Regulierung

Ab August 2026 müssen Unternehmen nachweisen können, welche KI-Systeme sie einsetzen – und dass diese den Anforderungen des EU AI Acts entsprechen. Wer Shadow-AI unkontrolliert im Einsatz hat, haftet. Tools wie OpenClaw, die autonom agieren, Daten verarbeiten und auf externe Dienste zugreifen, fallen direkt in den Anwendungsbereich. Sechs Monate bis zur Deadline.

Quellenhinweis: Alle Angaben basieren auf öffentlich verfügbaren Quellen (Wired, Kaspersky, Astrix Security, Lasso Security, Fortune, Silicon Republic, Lex Fridman Podcast #491, Prime Rogue Inc). Die Sicherheitszahlen stammen aus Security-Scans und -Berichten von Drittanbietern.
* IBM / Censuswide-Studie, Nov. 2025: Unternehmen ab 500 Mitarbeitern.
Florian Priegnitz – SECURAM Consulting

Über den Autor

Florian Priegnitz

Information Security Consultant · SECURAM Consulting GmbH

Spezialisiert auf die Sicherheitsaspekte generativer KI-Systeme sowie deren Compliance-konforme Integration in Unternehmensprozesse. Informationssicherheit ganzheitlich verstehen bedeutet, dass KI immer ein Teil der Informationssicherheit sein muss. SECURAM unterstützt Unternehmen dabei, innovative KI-Technologien sicher in ihre Geschäftsprozesse zu implementieren und regulatorische Risiken zu minimieren.

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Berichterstattung · Jan–Feb 2026

Medienspiegel OpenClaw

15 Artikel
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